Tech Guide: Das beste Motoröl für deine Enduro

Tech Guide Bestes Motoröl

Das beste Motoröl für deine Enduro

Auch das beste Motoröl kann „nur“ schmieren.

Hier möchte ich kurz aber fokussiert auf das Thema Motoröl eingehen und evtl. auch mit dem Gerücht aufräumen dass ein Motoröl das 20,00€ der Liter kostet das beste wäre was dein Motor bekommen kann. Denn dieses Öl macht im Endeffek auch nichts anderes macht als zu schmieren.

 

Aus was besteht ein Motoröl?

Ein Motoröl besteht in erster Linie aus einem Grund- und einem Basisöl, diese bestimmen in Verbindung mit diversen Additiven die wesentlichen Eigenschaften des Öls wie z.B. Viskosität, Scherfestigkeit, Temperaturbeständigkeit usw.

 

Was sind Additive oder Legierungsbestandteile im Öl?

Grundsätzlich wird jedes Motorenöl von mineralisch bis vollsynthetisch Legiert, das eine wenig das andere mehr. Diese Bestandteile werden dem Öl beigemischt um bestimmte Eigenschaften des Öls wie z.B. die Hochtemperatur-Eigenschaften zu verbessern, die Schmutzbindung (z.B. Partikel vom Abrieb der Kupplung) zu steigern oder die Notlaufeigenschaften des Öls bei Wartungsstau zu erhöhen. Wobei Additiv und Legierungsbestandteil ein und das selbe sind.

 

Was Ist Viskosität?

Die Viskosität bestimmt das Fließverhalten eines Öls und wird unter anderem verschiedenen Normen eingeteilt wie z.B. die SAE-Norm um die bekannteste zu nennen. In den meisten Fällen wird euer Motorrad mit einem Mehrbereichsöl für Sommer- und Winterbetrieb befüllt, wie z.B. 10W40 (für Beta Xtrainer 300) oder 15W50 (für KTM EXC 250) was aber in diesen beiden Fällen nur als Getriebeöl eingesetzt wird. Näheres zu Viskosität kann man sich jederzeit in der hiesigen Internet-Enzyklopädie durchlesen.

 

Mineralöl, Teilsynthetisches- und Vollsynthetisches Öl wo liegt der unterschied.

Mineralisches Motoröl wird aus Grund und Basisölen hergestellt die direkt aus Erdöl gewonnen werden, kaum Additiviert wird und ist vorallem Günstig ist. Neigt jedoch zur Bildung von Ölschlamm, den man zum Teil ohne den Motor zu öffnen nicht völlständig  entfernt bekommt. Sollte daher öfter gewechselt werden.
Teilsynthetisches Motoröl wird aus einer Mischung von Erdöl-Destilaten und synthetischen (künstlich hergestellten Ölen) hergestellt. Dieses Öl vereint einen relativ günstigen Preis mit meist guter Aufnahme von Schwebstoffen und bildet in den meisten Fällen keinen Ölschlamm. Je nach Additive kommen noch andere Eigenschaften hinzu.
Vollsynthetishes Motoröl wird rein aus künstlichen Grund- und Basisölen hergestellt, sein im Verhältnis hoher Preis ergibt sich aus der Forschung und Weiterentwicklung die investiert werden muss. Aber ein Vollsynthetisches Öl hat auch die grundsätzlichen Vorzüge einer höheren Temperaturbeständigkeit was gerade bei Enduros, die im Einsatz gerne mal aufkochen, sehr von vorteil ist.

 

Unerschied zwischen 2-Takt und 4-Takt Ölen

Der Grundlegende unterschied zwischen diesen beiden Ölen ist zum einen die Viskosität und zum anderen die Additive ( Legierung ) des 2-Takt-Öls, da dieses im Benzin leicht löslich sein und zudem noch im besten Fall rückstandsfrei verbrennen muss. Außerdem muss es das Pleuellager sowie das Kolbenlager des 2-Takt-Motors schmieren. Wenn man aus versehen das falsche Öl in seinen 2-Takter kippt sieht man dass sofort an dem schönen „Nebelmaschineneffekt“, da ein 4-Takt-Öl mit dem Benzin keine richtige Emulsion eingehen kann und beim Zünden nicht richtig verbrennt.

 

Viel hilft viel: Mehr 2-Takt-Öl im Benzin für bessere Schmierung

Mehr 2-Takt-Öl als im Handbuch angegeben ist eher Schädlich für den Motor, da das Öl nicht nahezu vollständig verbrennen kann und die Ölkohle sich dann am Auslasskanal und dem Kolben absetzt. Diese Öl-Kohle wenn abbricht und zwischen Zylinderwand und Kolben gerät kommt es im schlimmsten Fall zum Motorschaden, zudem ist der Umwelt auch nichts gutes damit getan. Mit einem Mischverhältnis von 1,6% oder 1:60 sind meines wissens alle aktuellen Enduros angegeben. Ich selbst fahre auch alle meine 2-Takter mit diesem Mischverhältnis, unabhängig von Baujahr und Einsatzzweck. Am einfachsten ist die Mischung herzustellen indem man einen 20L Reservekanister füllt und exakt 330ml 2-Takt-Öl dazu gibt. Natürlich spielt hier noch die Bedüsung, Luftdruck und Temperatur eine Rolle wie das Gemisch verbrennt. Der Effekt bei zu viel Öl im Gemisch bleibt jedoch der gleiche.

 

Welches ist jetzt das beste Motoröl für deine Enduro

Grundsätlich wäre das beste Motoröl für deine Enduro eines dass man nicht zu wechseln braucht. Auch wenn man zu denken glaubt, ich kaufe ein Öl für 20,00€ der Liter und dass muss dann das beste sein liegt man falsch. Gerade bei Marken die einen hohen Bekanntheitsgrad haben werden die kosten für Werbung, Aufkleber, Verpackungs-Design, Banner und Rennteam-Sponsoring auf den Kunden umgemünzt. Auch die Aufschrift „Racing“ hat nichts damit zu tun dass das Öl von Rennfahrern mitentwickelt wurde. Ein Öl wird ohnehin von Chemikern Entwickelt und ausgiebig vor dem Einsatz getestet, weil der Rennfahrer nur daran Interessiert ist das seine Maschine auch funktioniert und er eine gute Platzierung bekommt.
Abschließend kann man eigentlich nur sagen, wenn man sich mit der Viskosität nicht sicher ist, dass man sich am besten an die Vorgaben des Motorrad-Herstellers im Handbuch hält. Mineralisch würde ich perönlich nicht fahren da der günstige Preis mit dicker Pampe im Motor gestraft wird, ob Vollsynthetisch oder nur Teilsynthetisch sowie welche Öl-Marke, entscheidet dann das Bankkonto.
Ich habe mich zum Beispiel viel mit dem Thema Viskosität auseinander gesetzt, auch die verschiedensten Öle von so ziemlich allen Herstellern in meinen Motorädern (KTM, Husaberg und GasGas) gefahren und bin dann für alle meine Motorräder egal ob Enduro, Supermoto oder Trial bei Addinol Vollsynthetisch 20W50 hängen geblieben. Was zwar eine längere „Warmlaufphase“ benötigt, da die Viskosität eher dickflüssig ist, vorallem bei der Enduro war festzustellen, dass diese bei hohen Außentemperaturen und viel Kupplungseinsatz nicht mehr aufkocht.

Letztendlich eine reine Ansichtssache.

 

Mein persönlicher Tipp was Öle betrifft.

Wenn Ihr eure Wartungintervalle einhaltet und entsprechend viele Betriebsstunden im Jahr zusammen bekommt, oder Ihr mehrere Motorräder besitzt die ein Öl mit der annähernd gleichen Viskosität brauchen. Lohnt es sich immer zu einem Öl-Händler in der nähe zu fahren und euch ein Angebot über z.B. ein 20L Gebinde machen zu lassen. Mit ein bischen Verhandlungsgeschick zahlt man dann wie in meinem Fall für ein Vollsynthetisches 20W50 Motorenöl nur 4,50€ pro Liter.

Auf keinen Fall!!!

Niemals solltet ihr es mit eurem Motorrad zu gut meinen und ein Longlife-Öl  in den Motor füllen. Dieses Öl enthält ggf. Additive die die Reibung soweit reduzieren dass im schlimmsten Fall die Kupplung durchrutscht und ihr neue Reibscheiben benötigt. Somit wäre dies nicht das beste Motoröl für deine Enduro. Da alle Motorräder mit ein paar ausnahmen eine nasse Kupplung haben, mit anderen Worten diese Kupplung wird vom Motoröl umspült.

Jetzt kommst du!!

Weist du noch wissenswertes zum Thema? Über deine Tipps und Erfahrungen würde ich mich sehr freuen, schreib sie mir einfach unten als Kommentar.

 

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