Tech Guide: Heidenau K73 Supermoto Reifen Test

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Tech Guide: Heidenau K73 Supermoto Reifen Test

Den Kontakt vom meiner Supermoto zur Straße stellt der Heidenau K73 Supermoto Reifen her. In den vergangenen Jahren habe ich viele Reifen ausprobiert und bin letzt endlich bei diesem eher speziellen Reifen hängen geblieben. Warum erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.

Erster Kontakt mit dem Haidenau

Der Heidenau K73 ist ein eher unbekannter Supermoto-Reifen, welcher von dem deutschen Hersteller „Reifenwerk Heidenau GmbH & Co. Produktions KG“ hergestellt wird.
Den ersten Eindruck zu deisen Pneus konnte ich mir bei einem Supermoto-Training bei KOM-Marktl machen.
Kom-Marktl haben den Heidenau schon seit längerer Zeit und diesen mittlerweile auch auf den Trainings-SuMos. Ich war auf anhieb begeistert von diesem Reifen und habe mir gleich einen Satz gekauft.

Die Optik ist dahin…

Voreingenommen war ich anfangs schon, da das Block-Profil optisch nicht wirklich was her macht.
Auch nach der Montage des Reifens auf meine Supermoto-Felgen war mir gleich aufgefallen, dass der 160er Hinterreifen bedeutend schmäler ausfällt als die Konkurenz.
Optisch ist das für einen Supermoto-Fahrer anfangs ein schlag ins Gesicht, da die jetzt komplett im eimer ist.

Die Technische Seite

Anders als bei z.B. einem Pirelli Diablo Rosso ist gleich zu erkennen, dass die Gummimischung an den Reifenflanken nicht variiert. Das heißt dass der Reifen auf die gesammte Lauffläche die gleiche Gummihärte aufweißt.
Die Gummimischung ansich ist sehr weich und das Block-Profil des Heidenau K73 lässt schon auf einen Regenreifen schließen. Was augenscheinlich dazu führt dass der Reifen nicht besonders lange halten wird.
Der sehr schmale Aufbau des Reifens erlaubt bei weniger Schräglage mehr Kuvengeschwindigkeit, was gerade beim Supermoto fahren sehr von Vorteil ist


Wie sich die Reifenbreite auf die Kurvengeschwindigkeit bzw. Schräglage auswirkt
(Quelle: MotorradOnline.de)

Reifenbreite und Schräglage


In Schräglage greift die Gewichtskraft G und Fliehkraft F im gemeinsamen Schwerpunkt S von Fahrer und Maschine an. Ein Gleichgewichtszustand ist dann erreicht, wenn die daraus resultierende Kraft R die gedachte Verbindungslinie zwischen den Aufstandspunkten A von Vorder- und Hinterradreifen schneidet. Der dabei auftretende Neigungswinkel a liegt zwischen der Senkrechten und der Verbindungslinie zwischen A und Schwerpunkt S. Da der Reifenaufstandspunkt A nicht in der Fahrzeugmitte liegt, sondern um den Betrag r zur Kurveninnenseite hin wandert, muß das Motorrad zusätzlich um den mit zunehmender Reifenbreite größer werdenden Korrekturwinkel g geneigt werden. Dieser Korrekturwinkel und der Neigungswinkel a ergeben zusammen den tatsächlichen Schräglagenwinkel d zwischen Senkrechter und Fahrzeugmitte.


Heidenhau K73 Reifendimensionen und Luftdruck

Heidenau K73 Supermoto Reifen Test - FMB-Moto
Den Heidenau K73 Supermoto Reifen gibt es in folgenden für den Straßenverkehr zugelassenen Größen
120/70 – 17 M/C 58H TL
160/60 – 17 M/C 69H TL+
Von FMB-Moto Empfohlener Reifendruck für den Heidenau K73 Supermoto Reifen mit Schläuchen:
vorne: 2,2 Bar
hinten: 2,4 Bar

Das Fahrverhalten

Im September diesen Jahres war es dann endlich soweit und ich konnte den Heidenau K73 Supermoto Reifen auf den Sardischen Straßen einem ausgiebigen Test unterziehen.

Gleich auf den ersten paar Kilometern war deutlich zu spüren dass der Reifen so gut wie keine „Warmlaufphase“ benötigt. Trotz der eher „kalten“ morgentlichen 16°C klebt der Heidnau K73 förmlich auf der Straße.

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Nach anfänlichem schwammigen Fahrverhalten der Reifen, was duch Erhöhung des Luftdrucks korrigiert werden konnte (Luftdruck-Empfehlung siehe oben), sollten die Pneus ihr ganzes Potential auf den Sardischen Pässen beweisen.
Das Kurvenverhalten war auch bei extremen Schräglagen immer sehr gut kontrollierbar, der Heidenau K73 gibt in jeder Lage gutes Feedback. Das Aufstellmoment beim Bremsen in Kurven ist sehr verhalten und gut dosierbar. Was bei schnellen wechseln von z.B. einer Rechts- in eine Linkskurve gut mitgenutzt werden kann. Der Reifen hat im direkten vergleich zu seinen Konkurenten einen seeehr breiten Grenzbereich und meldet lautstark das einleiten eines Drifts in die Kurve. Auch das „Stampfen“ beim zu Starken anbremsen in die Kurve fällt mit dem Heidenau K73 eher moderat aus.
Nach insgesamt mehr als 1400km haben die Flanken des Hinterreifens schon sehr gelitten, es ist aber noch ausreichend Profil vorhanden um sicherlich noch einmal 500-800 km auf den Reifen zu spulen. Ich würde bei Moderater Fahrweise die Laufleistung in etwa bei 2000-2500km ansiedeln. Was für einen Reifen mit derartigen Gripp absolut in Ordnung ist.

FMB-Moto Fazit zum Heidenau K73 Supermoto Reifen Test

Einen Schönheitspreis gewinnt der Heidenau K73 mit sicherheit nicht. Wer sich allerdings darauf einlässt, auf die Optik eines „Supersport-Reifens“ zu verzichten.
Der hat mit dem Heidenau K73 einen kompromisslosen Supermoto-Reifen mit immensen Spaßfaktor für einen fairen Preis.


[Gesamt:38    Durchschnitt: 4.2/5]

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